Einführung

 

Die Legende lebt!

Über 2000 Besucher erleben die Enthüllung des Mocmoc-Denkmals

Viel Publikum versammelte sich bei der Einweihung des Mocmoc, der Skulptur, die künftig den Romanshorner Bahnhofplatz schmückt.

Arne Goebel

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Der Platz vor dem Bahnhofsgebäude ist voller Menschen. Unter einer weissen Plane ragt ein schwarzes Horn hervor. Unbekannte versuchten offenbar schon in der Nacht das Denkmal zu enthüllen. Und der nächtliche Tau hat den Stoff, der das Mocmoc-Denkmal verbirgt, durchsichtiger werden lassen. Es scheint ein grelles Gelb hindurch, Konturen zeichnen sich ab. Vor dem Bahnhofsgebäude ist ein grosse Bühne aufgebaut. Marius Tschirky, Musiker und Kindergärtner, steht in Fischerkluft auf der Bühne und heizt den kleinen Gästen ein. «Mocmoc, chumm zurück!», rufen die Kinder auf sein Geheiss.

Als erster Redner tritt Gemeindeammann Max Brunner auf die Bühne. Er begrüsst alle Kinder und bedankt sich bei den am Mocmoc-Projekt Mitwirkenden. Markus Landert, Leiter des Kunstmuseums Thurgau, ist der nächste Redner.

«Art-Jockeys»

Er bezeichnet die Künstlergruppe als «Art-Jockeys». «Wie Disc-Jockeys Platten nehmen sie Ideen von Leuten und mischen diese zu etwas völlig Neuem zusammen», erklärt Landert sein Wortspiel. Während der Ansprache ziehen beide Redner den Vergleich mit dem Tell-Denkmal in Altdorf und der Freiheitsstatue in New York für den Romanshorner Mocmoc heran. Felix Feurer, SBB-Linienknotenmanager der Region St. Gallen, ging im Zusammenhang mit dem Bahnhofumbau auf die Wichtigkeit Romanshorns als Verkehrsknotenpunkt ein. Dann lässt Marius Tschirky die Spannung für die Kleinen steigen. Ein Kranwagen der Feuerwehr steht bereit. Die Leiter wird ausgefahren und nähert sich dem noch verhüllten Denkmal. An der Spitze steht ein Feuerwehrmann. Er greift nach der Plane und zieht sie stückweise nach oben. Zuerst gibt der Stoff den Sockel frei. Jetzt ist schon ein Teil vom Mocmoc zu erkennen. Noch ein letztes Mal zieht er an der Plane - und auf dem Sockel steht eine gelb-schwarze Figur mit blauen Augen und einem Horn auf dem Kopf, bestehend aus Styropor, Gips und Kunstharz.

Geschmackssache

«Ein bisschen erinnert das an Disneyland», gibt eine Besucherin zu. «Ist Geschmackssache», meint ein anderer. «Ich finde es gut», sagt ein Kind. Teil des Konzeptes von «Com&Com» ist die Vermarktung von Mocmoc. So ist das Künstlerduo Inhaber der Urheberrechte. Die Gemeinde Romanshorn hat jedoch das Recht, die Mocmoc-Artikel zu vermarkten, wie CDs, T-Shirts oder den Mocmoc-Wasserball.

Vermarktung

«Wir haben im Rahmen der Bahnhofsumgestaltung insgesamt knapp 230 000 Franken in das Projekt investiert und versuchen durch die Vermarktung einen Teil der Ausgaben wieder zurückzubekommen», hebt die Ressortchefin Stadtmarketing, Nicole Wydler, hervor. Nach der offiziellen Enthüllung des Mocmoc-Denkmals und dem Wandbild in der Bahnhofunterführung, die an eine Szene aus einem Zeichentrickfilm erinnert, wird es ruhiger. Kinder werfen Dosen, üben sich an Geschicklichkeitsspielen oder hüpfen auf dem Trampolin. Durch die Initiative der Romanshorner Vereine entstand auf dem Bahnhofplatz ein Kinderparadies mit über zwanzig Spielplätzen.

Siegreicher Erstklässler

Im Bodansaal waren knapp sechshundert Bilder von Primarschülern zu sehen. «Der Malwettbewerb wurde von uns konzipiert», erklärt Johannes Hedinger. So sollen die Kinder von Anfang an eine Beziehung zum Mocmoc aufbauen können. Unter den Bildern, die, auf Wäscheleinen aufgespannt, zu bewundern waren, wurden jeweils die besten drei von jedem Jahrgang ausgewählt. Aus dieser engeren Wahl wurde dann der Hauptgewinner ermittelt: Thomas Sutton, aus der 1. Klasse von Pascal Miller. (arg)

Moderner Stadtheiliger

Wie das Mocmoc-Denkmal und das Wandbild auf mich wirken, jetzt wo sie enthüllt sind? «Ich bin da ja nicht ganz unvoreingenommen. So, wie die Leute darauf reagieren, hat das aber meine Annahme bestätigt. Nachts kommt dann noch das leuchtende Herz dazu. Wenn es dunkel ist, entfaltet das eine besondere Wirkung. Dann haben Sie so etwas wie einen neuzeitlichen Stadtheiligen. Das war auch unsere Vorgabe, ein solches Maskottchen zu installieren», erklärt Johannes Hedinger von Com&Com. (arg)